Blockchain ist nicht erst seit diesem Jahr in aller Munde und es besteht noch viel Unwissen darüber, was Blockchain ist. Vor allem die Kryptowährung Bitcoin, die auf dem Blockchain-Prinzip basiert, hat zwischenzeitlich einen regelrechten Hype ausgelöst. Dabei sind Kryptowährungen längst nicht das einzige Anwendungsgebiet einer revolutionären Technologie – der Blockchain. Einige Softwareanbieter stellen inzwischen „Blockchain as a Service“ (BaaS) bereit, zum Beispiel mittels einer Cloud-Lösung.

Das bietet Unternehmen gleich mehrere Vorteile, da keine entsprechende IT-Architektur angeschafft, aufrechterhalten und weiterentwickelt werden muss. Zudem holen Sie sich Know-How ins Haus, ohne die komplexe Technologie dahinter komplett selbst entwickeln zu müssen. Kurz: Blockchain as a Service senkt die Einstiegshürde in diesen Bereich und erlaubt Unternehmen erste Erfahrungen zu sammeln.

Was steckt hinter dem Trendthema Blockchain?

Vereinfacht dargestellt ist die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, deren Datenstruktur es erlaubt Informationen zu speichern und über ein Netzwerk von Servern zu verteilen. Dadurch kann eine wachsende Zahl von Transaktionsdatensätzen vorgehalten werden. Jeder Teilnehmer kann neue Informationen in der Blockchain abspeichern, alte jedoch nicht löschen oder überschreiben. Wichtigster Aspekt dabei ist, dass die Informationen gleichzeitig auf vielen unterschiedlichen Servern ablegen. Die Transaktionsdaten werden in einem aufwändigen Hash-Verfahren in Blöcken gespeichert und mit den bereits bestehenden verkettet. Damit überhaupt ein neuer Block an die Kette angehängt werden kann, müssen andere Netzwerkteilnehmer diesen zunächst validieren. Trotz fehlender Zentralautorität, ist so gesichert, dass er zulässig ist. Einmal der Blockchain zugefügt und bestätigt, lässt sich ein Block nicht mehr entfernen, bearbeiten oder überschreiben.

Blockchain as a Service vermindert das Risiko für Unternehmen

Blockchain as a Servive (Blockchain as a Service) erlaubt es Unternehmen, Blockchain-Technologie zunächst ohne großes Risiko im Rahmen von Minimum Valiable Products (MVP) oder Proof of Concepts (PoC) zu testen – anders als wenn Unternehmen diese Technologie selbst In-House auflegen müssten. Blockchain as a Service bietet vor allem Unternehmen einen Vorteil, die selbst nicht die IT-Kapazitäten besitzen, eine eigene Blockchain-Infrastruktur zu entwickeln und zu betreiben, kein geeignetes Personal finden. Entwickler mit entsprechenden Fachkenntnissen sind derzeit hoch im Kurs, da es aufgrund der recht jungen Technologie derzeit nur wenige Experten gibt, die über die Erfahrung im Umgang verfügen. Um vermeidbare Fehler in der Anfangsphase zu vermeiden, können sich Unternehmen mit etablierten Blockchain as a Service Providern zusammentun, die bereits über Erfahrungen verfügen und dieses Wissen – im Rahmen von Consulting oder frei verfügbaren Ressourcen – teilen.

Grundsätzlich gilt das Prinzip, wie Informationen in einer Blockchain abgelegt werden als sehr sicher, hat aber auch einige Tücken bei der Entwicklung. Vieles hängt bei Blockchain von der Anwendungssoftware und Kryptographie ab. Probleme tauchen vor allem dann auf, wenn Unternehmen entsprechende Anwendungssoftware entwickeln, dabei aber nicht auf bewährte Algorithmen oder getesteten Code zurückgreifen. Das macht es umso wichtiger, Technologie erst zu prüfen, bevor sie einen produktiven Einsatz erfährt. Blockchain ist für die meisten daher kein Do-it-Yourself-Projekt. Sie sind vielmehr auf die Expertise anderer Unternehmen und Experten angewiesen.

Wie die Blockchain neue Geschäftsmodelle und Prozesse ermöglicht

Blockchain as a Service Anbieter

Inzwischen bieten auch größere Unternehmen und Software-Anbieter nutzbare Blockchain-Lösungen an, vor allem, weil die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen im Zuge der Medienberichterstattung über Bitcoin stark gewachsen ist.

Zu den ersten Unternehmen, die Blockchain as a Service angeboten haben, gehörte 2015 Microsoft: Der Azure Cloud Service liefert gleich eine ganze Reihe von Blockchain-Protokollen. Darunter fallen sogenannte Unspent Transaction Output basierte Protokolle (kurz UTXO) wie Hyperledger, aber auch anspruchsvolle Smart Contract-Protokolle wie Ethereum. Auch Hewlett-Packard Enterprise (HPE) bietet inzwischen Blockchain as a Service-Lösungen an, die sich zu großen Teilen an Firmen im Finanzdienstleistungssektor wenden. FinTech-Firmen sind unter denjenigen, die als erste Blockchain-Technologie angenommen haben. Oracle hat ebenfalls eine Blockchain as a Service-Lösung herausgebracht, basierend auf dem Hyperledger Projekt der Linux Foundation. Das Hyperledger Projekt bietet mit Fabric 1.0 ein Kollaborationswerkzeug an, um Blockchain-basierte Unternehmensnetzwerke zu bauen. Zu den Blockchain as a Service Providern gehört auch IBM, dessen Service Geldwechsel über Grenzen hinweg ermöglicht. IBM stellt diese Lösung über die Bluemix Cloud Plattform zur Verfügung. SAP bietet auf der digitalen Leonardo Software Plattform ebenfalls Blockchain as a Service an.

Blockchain und Smart Contract Plattformen wie Ethereum und NEO haben ihre Technologie für eine dezentralisierte App-Entwicklung (dApp) geöffnet und ermöglichen so anderen Entwicklern, neue und darauf basierende Anwendungen zu entwickeln, zu testen und auf den Markt zu bringen.

Unternehmen haben daher inzwischen eine sehr viel größere Wahlmöglichkeit und sehr vielseitige Optionen. Die Spannbreite von Blockchain as a Service-Providern reicht heute von großen, bekannten Unternehmen hin zu kleinen, innovativen Start-Ups. Unternehmen haben es daher sehr viel leichter, einen Anbieter zu finden, der eine den eigenen Bedürfnissen entsprechende Lösung parat hat – und das entsprechend dem eigenen Budget. Die Verfügbarkeit von Anbietern ist heute also längst kein Problem mehr.

Eine gute Blockchain as a Service-Strategie hat nicht nur die Technologie im Fokus

Unternehmen und ihre Partner brauchen eine Blockchain-Strategie. Nicht alle Anwendungsszenarien sind jedoch geeignet, v.a. solche die eine große Datenmengen generieren. Die Technologie liefert Ressourcen beispielsweise für die Sicherheit von Daten, Zahlungen und Automatisierung, wovon verschiedenste Unternehmensbereiche und -arten profitieren können, die besonders manipulationssicher sein müssen oder auf Zwischenhändler verzichten können. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Implementierung von Blockchain ganz grundsätzlich verändern kann, wie im Unternehmen gearbeitet wird. Wie diese Veränderungen gehandhabt werden und wie die entsprechende Ausbildung der Mitarbeiter aussehen muss, müssen daher stets Teile der Strategie sein. Der Fokus liegt also nicht nur auf der Technologie an sich.

Dabei sollten aber Erwartungen realistisch bleiben und die Entscheidungsebene muss klar kommunizieren, welche Vorteile die Blockchain dem Unternehmen bringen kann. Es sollte dabei immer auch verdeutlicht werden, dass Blockchain mehr bietet als die Basis für Kryptowährungen – das muss auch gegenüber Mitarbeitern kommuniziert werden. Auch sind verschiedene Regeln und Regularien zu beachten. Dabei gelten häufig die gleichen Faktoren, wie für die Nutzung der Cloud. In einigen Anwendungsbereichen kann es zum Beispiel rechtlich notwendig sein, dass Daten in einer bestimmten Jurisdiktion gespeichert werden. Das ist bei in der Blockchain dann durchaus problematisch, bedenkt man die oben beschriebene Blockchain-Infrastruktur.

Es gilt für Unternehmen also abzuwägen, welche Schwierigkeiten und welche Vorteile der Einsatz von Blockchain für sie darstellt. Auch müssen Unternehmen eine Entscheidung darüber treffen für welche Business-Bereiche Blockchain-Technologie überhaupt genutzt werden soll und für welche sie sinnvoll ist. All dies als Unternehmen zu beachten, ist natürlich schwierig, wenn man eine derartige neue Technologie erstmals implementieren will. Daher machen Blockchain as a Service-Partner mit der entsprechenden Erfahrung hier durchaus Sinn.

Was Blockchain so interessant macht – darauf soll zum Abschluss kurz hingewiesen werden – ist die Tatsache, dass es sich um eine sich stetig weiter entwickelnde Technologie handelt. Die Möglichkeiten und Anwendungsgebiete von Blockchain sind also noch längst nicht ausgeschöpft und die entsprechenden Plattformen werden ihre Leistungsfähigkeit noch weiter ausbauen.

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