Auf den ersten Blick eigentlich nichts. Da wir in unserem Bereich der Digitalisierung sehr viel auf der Softwareseite unterwegs sind und IoT (Internet der Dinge) wie das Wort schon darlegt, Internet der „Dinge“ heißt, also Hardware ist. Und Hardware – das überlassen wir lieber den Maschinenbauern und SPS-Spezialisten dieser Welt.

Wir leben in einer technologisch rasant wachsenden Zeit:  Chips werden immer kleiner, die Entwicklungsumgebungen immer „einfacher“;  elektronische Bauteile immer leichter zu beschaffen und ebenfalls befinden wir uns schon seit Jahren in umwelttechnischen und politisch unruhigen Zeiten. Dieses Gefüge bringt Menschen dazu, um die Ecke zu denken und Dinge zu erfinden oder Ideen zu verwirklichen.

Maker [me͜ɪkə] (engl. für ‚Schöpfer‘ oder ‚Hersteller‘) sind Anhänger einer Subkultur, die neue Dinge selbst herstellt oder existierende umbaut, und dabei meist aktuelle Technik einsetzt. Die Maker-Bewegung ist eine Technik-bezogene Variante der Heimwerker bzw. Do-It-Yourself-Kultur mit Bezügen zur Hacker-Kultur.“ (Quelle: Wikipedia)

Am Anfang haben wir natürlich gestutzt: Maschinen auslesen – schwierig. Aber ein Telefonat mit dem Hersteller der Firma erleichterte uns das Leben in diesem Fall erheblich

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Was bedeutet eigentlich IoT?

Ganz einfach heruntergebrochen: Sie haben ein Smartphone. Das ist an sich ein schon das Thing im IoT, und es „spricht“ auch sehr viel via Internet, dem I im IoT.

Sie haben einerseits Dinge, die über das Internet Daten versenden. Und auf diese Daten wird reagiert. Sei es automatisiert von Maschinen, also anderen Dingen, um im Bild zu bleiben, oder von Menschen. Praktische Beispiele dafür existieren zuhauf: Fertigungsprozesse in der Automobil-Industrie zum Beispiel.

Und wir nutzen IoT bereits jetzt – jeden Tag

Fangen wir einfach mal Zuhause an. Viele von Ihnen haben ein Smartphone, also schon einmal ein „Thing“. Vermutlich haben Sie vielleicht schon WLAN-Thermostat am Heizkörper oder sogar eine WLAN-Led-Lampe an der Decke. Also wären es jetzt schon drei „Things“. Nun kommt das WLAN hinzu, also unser drahtloses lokales Netz, das uns Zugang zum Internet bietet. Beste Voraussetzungen für ein privates IoT.

Wie lassen sich diese Prozesse weiter sinnvoll vernetzen? Eine einfache Steuerung des Heizungsthermostat ist möglich. Bei Ankunft vor dem heimischen Haus logt sich das Smartphone ins heimische WLAN ein und gibt somit den Impuls an den Thermostat, die Heizung auf 20 Grad zu stellen und die LED-Lampe anzustellen. Schön hell hier, aber eventuell zu kühl. Irgendwie blöd.

Viel besser wäre es, den Thermostat via Global Positioning System (GPS) und quasi in Abhängigkeit des Standorts zu steuern. Nahezu jedes Smartphone beherrscht GPS. Und siehe da: Wird der Thermostat 15 Minuten vor meiner Ankunft über via LTE oder UMTS gesteuert, ist es auch schön warm, sobald ich Zuhause bin. Falls ich das Haus verlasse, bin ich aus dem „WLAN“ – sowohl die Lampe wie auch das Thermostat werden ausgeschaltet.

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IoT und digitale Prozesse

Was macht diesen Bereich so spannend für ein agiles Softwareunternehmen wie EASY SOFTWARE?

Als Consultants gehen wir zum Kunden, um uns anzuschauen, wo der Schuh drückt. Für uns ist Digitalisierung kein „Arbeitsplatzvernichtungssystem“. Wir wollen vielmehr mit dem Kunden eine Lösung schaffen, damit sein Prozess digital und vor allem arbeitserleichternd wird.

Und damit kommen wir dann zum „Um-die-Ecke-Denken“.

FIX Things – MAKE THINGS Better

Ein praktisches Beispiel: Wir haben Kunden in jeder Branche und natürlich auch in der Produktion. Auch hier kommt es natürlich vor, dass Prozesse digital verarbeitet werden. Nicht nur Maschinendaten, sondern der Schichtplan, Eingangsrechnungen, HR-Prozesse und dergleichen mehr. Oder wie in unserem Fall ein ganz individueller Prozess aus der Getränkewirtschaft, bei dem es um die Prüfung und Dokumentation von kaputten bzw. beschmutzten Flaschen geht. Jede Abfüllanlage hat einen Bereich, der für so einen Test ausgelegt ist. Allerdings sind nicht immer kaputte oder unsaubere Flaschen vorhanden, weshalb es Testflaschen gibt. Diese müssen von den Maschinen erkannt und aussortiert werden.

Die Anforderung des Kunden an uns bestand darin, die protokollierten Daten der Maschine auslesen zu können.

Ärmel hochgekrempelt – los geht es

Am Anfang haben wir natürlich gestutzt: Maschinen auslesen – schwierig. Aber ein Telefonat mit dem Hersteller der Firma erleichterte uns das Leben in diesem Fall erheblich. Die Maschine legte selbstständig PDFs in einen Ordner ab – und diese konnten wir weiterverarbeiten, indem unsere Software die Dokumente automatisch ins angebundene digitale Archiv ablegen.

Wie kann aber sichergestellt werden, dass der Vorarbeiter, der Schichtleiter und später auch der Betriebsleiter prüfen und unterschreiben, ob die Maschine die Testflaschen korrekt erkannt hat?

Dazu bedarf es eines digitalen Prozesses. An dieser Stelle kommen wir endlich zu komplex vernetzten IoT-Anwendungen, das lässt das „Macher-Herz“ höher schlagen.

Wer schon einmal in einer Abfüllanlage für Glasflaschen war, weiß, dass man sich dort nicht unterhalten, geschweige denn Töne abspielen kann. Darüber hinaus arbeiten die Kollegen in den Hallen meistens nicht direkt am PC. Möglich ist es aber, per BLITZ-LEDs  zu kommunizieren.

Configure, make, make install

In der Folge bedeutete dies für uns: die Lösung selbst zu bauen. Und dazu gibt es tolle günstige Chips, die schon einen WLAN-fähigen Sensor verlötet haben. Dieser kann mit einfacher Software beschrieben und per USB-Kabel direkt an der Maschine oder dem PC betrieben werden.

Die Firmware haben wir „dank“ der Einfachheit aber selber geschrieben, sodass wir unsere Schnittstelle IN unsere Software einbinden konnten. Ein exakter und sekundengenauer Betrieb ist möglich geworden.

Welche Vorteile resultieren nun daraus?  Wird über unsere Software im Prozess nun zum Beispiel eine Mail an den entsprechenden Mitarbeiter gesendet, dann bekommt dieser nicht nur die Nachricht in der Software. Zeitgleich blitzt die LED in gelb, wenn es sich um einen Flaschenprüfer handelt, und in grün, wenn eine HR-Meldung aus unserer HR-Akte kommt.

Und hier sieht man wieder einmal, IoT wird häufig in Zusammenhang von großen Maschinen und Big Data genannt. Nein, es kann auch eine einfache smarte Lösung sein: Prozessschritte beschleunigen, das Verständnis der Mitarbeiter verbessern und in diesem Fall alles so korrekt ablegen, sodass später genau nachvollzogen werden kann, was für Testflaschen die Maschine verarbeitet hat.

PS: Die Mitarbeiter hatten alle DECT-Telefone und die Telefonanlage ein API. Folge: Nicht nur die LED blitzt, der Anruf auf den Telefonen kommt nun auch.

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Über den Autor
Sven Berling
Mit über 10 Jahren Erfahrung als Consultant, berät Sven Berling rund um die Themen Prozessoptimierungen und Digitalisierung unsere nationalen und internationalen Partner und Kunden. Privat beschäftigt er sich mit der Maker-Szene und bastelt immer, wenn es die Zeit erlaubt, gerne an seinem 3D-Drucker oder an anderen elektronischen Bauteilen.
Sven Berling
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