Die Blockchain Technologie hat sich von einem Thought Leadership Thema zum soliden Use Case für Unternehmen entwickelt. Immer mehr Unternehmen fragen sich: Wie können wir die Blockchain Technologie nutzen? Eine Antwort ist: Smart Contracts mit Blockchain. Die Vorteile für Verträge im Business-Umfeld liegen klar auf der Hand, vereint die Blockchain Technologie bereits bekannte Ansätze wie dezentrale Netzwerke, Kryptografie oder die digitale Signatur. Die Blockchain ermöglicht uns Transaktionen, ohne dass eine vertrauensstiftende Instanz vonnöten ist. Vertrauen und Effizienz erfahren dabei eine noch nie so dagewesene Steigerung.

Im Blog beleuchten wir den Anwendungsfall Smart Contracts mit Blockchain und wie weit die Entwicklung hier schon ist. Was kann die Blockchain im Unternehmenskontext? Ist sie Hype oder Innovation?

Was sind Smart Contracts?

Smart Contracts sind Verträge zwischen verschiedenen Parteien, deren Transaktion automatisch ohne menschliches Zutun, abläuft. Bei Smart Contracts überprüft eine Software, ob die Vertragsbedingungen erfüllt werden und löst eine programmierte Handlungsanweisung aus. Smart Contracts bilden als Computerprotokolle Verträge ab oder überprüfen die Abwicklung technisch unterstützt. Eine Verschriftlichung des Vertrages, ob auf Papier oder als Datei ist damit überflüssig geworden.

Ein gutes Beispiel für einen Smart Contract ist ein Getränkeautomat. Die Programmierung im Automaten registriert, dass eine Geldmünze eingeworfen wurde (die erste Bedingungen für den Vertrag) und leitet die Warenausgabe ein (die zweite Bedingung für den Vertrag). Kommt kein Getränk heraus, weil z.B. nichts ausgewählt wurde oder weil das Fach leer ist, gibt der Automat das Geld zurück. Eine Bedingung des Smart Contract wurde nicht erfüllt, der Vertrag wird storniert.

Was aber, wenn weder das Getränk noch das eingeworfene Geld herauskommen? Bei zwei Euro für eine Cola wird man wohl kaum einen Anwalt einschalten. Bei zwei Millionen Euro Verlust sieht die Sache schon anders aus. Hier kommt der Code der Blockchain Technologie ins Spiel.

Prof. Dr.-Ing. Katarina Adam über Blockchain Technologie

Prof. Dr.-Ing. Katarina Adam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sprach auf der EASY WORLD 2018 über Blockchain-Technologie und welchen konkreten Nutzen Unternehmen mit ihr haben können. Schauen Sie sich hier den kompletten Vortrag an.

Wie funktioniert die Blockchain Technologie?

Die Blockchain ist eine verteilte Datenbank. Verteilte Datenbanken werden schon seit Jahrzehnten eingesetzt, wenn eine Bank zum Beispiel ihre Daten auf verschiedene Rechenzentren verteilt. Jedoch hatten verteilte Datenbanken bisher immer eine zentrale Institution, welche die Daten verantwortet und verwaltet: die Bank selbst. Fällt die Bank als zentraler Verwalter über die Daten aus, sind auch alle Daten weg. In der Blockchain ist die Verantwortung über die Daten hingegen nicht nur dezentral organisiert, sondern auch auf sehr viele gleichberechtigte Akteure gleichzeitig verteilt – ein Peer-to-Peer-Netzwerk. Je mehr Akteure, desto sicherer und zuverlässiger ist die Transaktion.

Smart Contracts werden ermöglich durch die Evolution der Datenbanken: Zentral – dezentral – verteilt

Die Evolution der Datenbanken: Zentral – Dezentral – Verteilt

Die Transaktionen von Inhalten, Informationen oder Dokumenten werden in Blöcken verschlüsselt, sind miteinander in der Blockchain verkettet und können nachträglich nicht mehr verändert werden. Alle in der Blockchain abgespeicherten Daten und Dokumente haben einen einzigartigen Hash-Wert und nur die kleinste Änderung – sei es, dass ein Pixel eingefärbt wird – verändert diesen Hash-Wert. So kann stets und zu 100 Prozent jeder Prozess nachvollzogen werden und das macht es unmöglich, einen Smart Contract in der Blockchain zu manipulieren.

Smart Contracts via Blockchain – Von Bitcoin zu Business

In einer zunehmend komplexer und schneller werdenden Welt, ist es unmöglich, dass ein einzelner Mensch alle Prozessschritte von Verträgen nachvollziehen kann. Es ist also Vertrauen nötig, um Geschäftsbeziehungen überhaupt eingehen zu können. Oder eine dritte Instanz, die vertrauensstiftend wirkt. Die Transaktionen von wertvollen und einzigartigen Daten und Dokumenten wie Geld oder Verträgen sind somit recht aufwendig und teuer. Die technologische Basis der Blockchain sorgt aber durch Dezentralisation für Transparenz und Nachvollziehbarkeit – objektiv, unveränderbar und ohne Intermediär und bekommt somit im Anwendungsfall von Smart Contracts eine immense Bedeutung. Mit der Blockchain Technologie brauchen zwei Parteien somit keinen Intermediär mehr, der für die Vertrauenswürdigkeit bürgt und die Transaktionskosten von wertvollen Daten fallen auf ein Minimum.

Blockchain Technologie in der Praxis – Prozesse werden transparent und vertrauenswürdig

Kommt der Kaffee wirklich aus einer Bio-Farm in Venezuela? Um solche und ähnliche Fragen sicher und zuverlässig beantworten zu können, arbeitet Walmart seit 2016 mit IBM zusammen, die dem amerikanischen Einzelhandelskonzern ihre Blockchain Technologie zur Verfügung stellt, um neue Anforderungen an Lebensmittelsicherheit für seine Lieferanten zu gewährleisten. Das Ziel hierbei ist es, die Stationen von Lebensmitteln von der Herstellung bis zum Geschäft in Echtzeit verfolgen zu können. Auf diese Weise reduziert Walmart lebensmittelbedingte Krankheiten und Verluste für Händler.

Blockchain meets Smart Contracts: Status Quo und Ausblick

Heute gibt es keine Branche mehr, die sich nicht mit Use Cases für die Blockchain Technologie beschäftigt. Doch die Blockchain ist nur die Technologie, sie ist keine konkrete Lösung. Unternehmen sollten keinesfalls einem Hype folgen, nur weil es alle tun. Sinnvoll ist vielmehr eine tiefe Auseinandersetzung mit den möglichen individuellen Anwendungsfällen für die Blockchain im Unternehmen und dem zu erzielenden Mehrwehrt, bevor man in die Blockchain-Technologie investiert. Unternehmen sollten sich unbedingt fragen, was sie mit der Blockchain eigentlich erreichen wollen. Dann erst liegen die Vorteile klar auf der Hand:

Integrität und Transparenz – Das Hashing macht es unmöglich Daten nachträglich unbemerkt zu ändern, da alle Änderungen und Änderungsversuche nachvollzogen werden können.

Zuverlässigkeit – Die Dezentralisierung heißt im Umkehrschluss, dass es keinen Single Point of Failure mehr gibt. Ein Ausfall der Blockchain ist damit nahezu unmöglich.

Schnelligkeit – Die Speicherung, Verarbeitung und der Austausch von großen Datenmengen ist in Echtzeit möglich.

Mit steigender Reife der Blockchain-Technologie werden wir immer mehr mit Smart Contracts arbeiten

Die Blockchain ist noch kein Massenmarkt, allerdings ist die Phase des Hypes laut Gartner vorüber. Die deutsche Blockchain Expertin Prof. Dr.-Ing. Katarina Adam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin erwartet die Reifephase der Blockchain, in der wirklich massentaugliche Lösungen entstehen, frühestens ab 2025.

Bis dahin müssen Unternehmen noch einige Herausforderungen bewältigen. Die Geschwindigkeit von Transaktionen zumindest von öffentlichen Blockchain Technologien ist noch zu gering. Darüber hinaus ist noch nicht ganz klar, wie Blockchain eigentlich mit den ERP-Systemen in Unternehmen kommunizieren soll. Das Thema Datenschutz, gerade was Smart Contracts angeht, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Dass Daten in der Blockchain nicht verändert oder gelöscht werden können, widerspricht jedenfalls dem Datenschutz. Hier werden Unternehmen erst Lösungen finden müssen, um im zweiten Schritt weitere Use Cases zu entwickeln, die ihre Geschäftsmodelle tatsächlich in die Höhe schießen lassen. Aber dann wird die Blockchain vermutlich unschlagbar. Für Unternehmen sind Smart Contracts via Blockchain eine erste Anwendung, in die es sich zu investieren lohnt.

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Über Irena Szymiczek
Irena Szymiczek ist als Content Marketing Managerin auf der Suche nach spannenden Storys. In ihrer Freizeit findet sie Inspiration auf Reisen und Entspannung bei guten Freunden.
Irena Szymiczek
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