Der Klimawandel ist in aller Munde. Bilder von brennenden Wäldern, überschwemmten Gebieten und durch Stürme zerstörte Landschaften begegnen uns ständig in den Medien. Und dass wir alle für die Ereignisse mit verantwortlich sind, hat gerade wieder die Corona-Krise bewiesen: Während der Lockdownzeiten verringerten wir die Emissionen – zumindest zeitweise und dann aber deutlich messbar.
Auch Bidens Klimapolitik hat die Diskussion über den Klimaschutz wieder angekurbelt. Seine ehrgeizigen Ziele könnten spürbare Effekte auf die ganze Welt haben: Bis 2050 soll die amerikanische Wirtschaft klimaneutral sein. In seinem Gesetzentwurf verweist er auf die Chancen von erneuerbaren Energien, die eine saubere Umwelt bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum schaffen können und zahlreiche Arbeitsplätze bieten. Damit spricht er genau das Thema der „Green Economy“ an, das bereits seit mehreren Jahren ein wichtiges Schlagwort rund um das Thema Umweltschutz und Klimawandel ist.
Doch was ist die Green Economy? Ist es tatsächlich nur eins von vielen Buzzwörtern oder steckt mehr dahinter? In diesem Artikel erfahren Sie, was hat es mit der Idee der „Green Economy“ auf sich hat und welche Chancen sich für Unternehmen ergeben.

Was ist die Green Economy?

Green Economy meint das profitorientierte Wirtschaften unter Berücksichtigung ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Aspekte. Es geht also um die Ausgewogenheit von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dabei spielen wechselseitige Abhängigkeiten und Zielkonflikte eine wichtige Rolle.
Dahinter steht die Erkenntnis, dass eine Wirtschaftsweise, die keine Rücksicht auf unsere natürlichen Ressourcen, Umweltschutz sowie soziale Gerechtigkeit nimmt, keinen dauerhaften Wohlstand schaffen kann.
Mit geprägt wurde der Begriff der Green Economy durch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OWZE; englisch Organisation for Economic Co-operation and Development) und UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen (englisch United Nations Environment Programme), allerdings unterscheiden sich die Ansätze der beiden Institutionen.
Der Grundgedanke besteht darin, Arbeitsplätze in grünen Industrien zu schaffen und somit einerseits die Wirtschaft anzukurbeln und andererseits den Klimawandel zu bremsen.

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Warum Green Economy?

Eng verbunden mit dem Leitbild der Green Economy ist der dafür nötige tiefgreifende Wandel unserer Gesellschaft. Dass sich grundlegend etwas ändern muss, zeigen alarmierende Zahlen zu CO2-Emissionen, Artensterben oder Hunger in der Welt. Nicht mehr nur der Gewinn für die ohnehin schon gut gestellten westlichen Nationen darf im Fokus stehen, sondern es muss eine gesunde Balance geben. Denn dass wir angesichts von Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen einerseits sowie wachsender Weltbevölkerung und damit verbundenem steigendem Konsum andererseits nicht wie bisher weiterwirtschaften können, liegt auf der Hand: Wir können nicht wie bisher weiterwirtschaften.
Auch die Wirtschaft stellen die aktuellen Entwicklungen vor großen Herausforderungen: Die Auswirkungen des Klimawandels, einer stetig wachsenden Weltbevölkerung sowie geringer werdende Rohstoffressourcen verbunden mit steigender Konkurrenz um diese nehmen immer mehr Einfluss auf den Erfolg des Wirtschaftens – und das sowohl global als auch für jedes Unternehmen im Einzelnen.
Extreme Wetterereignisse, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind, können etwa die Verfügbarkeit von Rohstoffen beeinträchtigen, was wiederum zu höherer Konkurrenz und damit zu steigenden Preisen führen kann.
Auch für Verbraucher werden Nachhaltigkeit, Sozialverträglichkeit und Umweltschutz immer wichtiger und stellen Anforderungen an Unternehmen, Produkte und Produktionsbedingungen.
Green Economy meint also nicht nur eine technologische Optimierung, sondern ist als tiefgreifender Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit zu verstehen. Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Ziele der Green Economy

In der Green Economy sind vor allem das Vermeiden, Reduzieren und Ersetzen wichtige Handlungsansätze. Oberstes Ziel ist natürlich, Emissionen, Schadstoffeinträge und Abfälle zu vermeiden. Wo das nicht gänzlich möglich ist, gilt es, sie zumindest so weit wie möglich zu reduzieren. Das kann z.B. mithilfe von Wiederverwertung geschehen, die idealerweise Teil einer Kreislaufwirtschaft ist. Auch der verstärkte Einsatz erneuerbarer Ressourcen, also Energien sowie Rohstoffen, zahlt auf dieses Konto ein.
Wichtige Werkzeuge sind moderne Technologien, durch deren Einsatz man sich effizientere und damit ressourcen- und klimaschonendere Produktionsprozesse verspricht. Doch Effizienz allein reicht nicht aus, denn es kommt schnell zum sog. Rebound-Effekt, d.h. eingesparte Ressourcen werden gleich wieder eingesetzt und es kommt insgesamt zu einer höheren Produktion mit noch stärkerem Energie- und Ressourcenverbrauch, man erzielt also den gegenteiligen Effekt. Statt also nur auf Effizienz zu setzen, müssen wir unsere Konsummuster hinterfragen und klare Grenzen setzen.
Hierbei dürfen auch die sozialen Dimensionen der Green Economy nicht außer Acht gelassen werden, nämlich soziale Gerechtigkeit, Geschlechterverhältnisse sowie die (weltweite) Arbeitsverteilung. Das Schaffen von Arbeitsplatzen und die Sicherstellung von fairen Arbeitsbedingungen können nachhaltig Armut bekämpfen.

Chancen der Green Economy

Als Unternehmen grüner zu werden, muss nicht zwangsläufig höhere Kosten bedeuten – im Gegenteil. Tatsächlich birgt Greening im Unternehmen große ökonomische Chancen und Potenziale wie etwa ein hohes Einsparpotenzial, insbesondere im Hinblick auf die eingesetzten Ressourcen. Auch eine proaktive Herangehensweise zahlt sich in der Regel aus, anstatt Anpassungen erst dann vorzunehmen, wenn Gesetze und Regularien sie vorsehen.
Zudem wird Nachhaltigkeit zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Gerade in Wirtschafszweigen mit einer hohen Anzahl an Marktteilnehmern, kann eine grünere Handlungsweise eine wichtige Möglichkeit sein, sich von Konkurrenten abzuheben und Kundenerwartungen zu begegnen. Denn immer mehr VerbraucherInnen legen Wert auf soziale und ökologische Verträglichkeit von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Dies lässt sich ebenfalls bei Investoren beobachten.
Dies ermöglicht nicht nur völlig neue Geschäftsmodelle, etwa durch die Erschließung neuer Zukunftsmärkte. Eine solche Ausrichtung kann auch maßgeblich die Motivation der Beschäftigten beeinflussen sowie die Attraktivität für Fachkräfte steigern.

Kritik an der Green Economy

Neben dem Hinarbeiten auf die ambitionierten Ziele der Green Economy müssen Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben – keine kleine Aufgabe. Natürlich gibt es auch Gegenstimmen zur Green Economy: Kritiker bezweifeln, dass es tatsächlich möglich ist, mit Rücksicht auf Umwelt, Klima und Menschen zu wirtschaften, ohne auf Wachstum zu verzichten.
Zugegeben: Ein so komplexes Thema mit weitreichenden Folgen kann Angst machen und ist schwer zu überschauen. Fakt ist jedoch: Der Weg muss gegangen werden, auch wenn es erst einmal nur kleine Schritte sind, die gemacht werden. Die Idee der Green Economy leitet Unternehmen dabei den Weg in Richtung eines grüneren und sozial besser vertretbaren Wirtschaftsweise.

Wie kann Ihr Business zur grünen Wirtschaft beitragen?

Selbst wenn Ihr Unternehmen nicht zu den neuen, grünen Industrien gehört, können Sie trotzdem einiges tun, um der Green Economy ein Stück näher zu kommen. Und das ist, wie bereits beschrieben, häufig sogar noch mit Kostenersparnissen verbunden.
Eine Analyse der Produktionsprozesse gibt Aufschluss darüber, wo man ohne viel Aufwand Rohstoffe und Energie einsparen bzw. durch nachhaltige Alternativen ersetzen kann.
Und auch wer nicht zum produzierenden Gewerbe gehört, sondern z.B. in der Dienstleistungsbranche angesiedelt ist, kann etwas bewirken. Auch hier lohnt sich ein kritischer Blick auf die Abläufe im Unternehmen.
Die Corona-Krise hat uns gelehrt, dass Home-Office und der Verzicht auf Geschäftsreisen – entgegen weit verbreiteter Befürchtungen – bei guter Organisation nicht zu Einbußen bei der Arbeitsqualität führen müssen, wohl aber für einen deutlich Rückgang der CO2-Emissionen sorgen.
Ein weiterer Denkanstoß ist die Idee des papierlosen Büros. Diese existiert schon länger – doch auch hier hat das vergangene Jahr uns allen einen Schubs in die Richtung gegeben und dafür gesorgt, die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen endlich voranzutreiben. Die digitale Abbildung von zuvor papierbasierten Arbeitsabläufen, wie z.B. die Bearbeitung von Eingangsrechnungen, birgt nicht nur großes Einsparpotenzial von physischen Ressourcen – dem Papier – sondern bietet durch die damit einhergehende Automation die Möglichkeit, die Arbeitskraft von Mitarbeitern anderweitig zu nutzen. Das steigert wiederum die Wirtschaftlichkeit – ganz im Sinne der Green Economy.
In einer nachhaltigen Wirtschaftsweise liegt also eine Fülle von Möglichkeiten, den Umgang mit Umwelt und Menschen zu schonender zu gestalten und gleichzeitig den wirtschaftlichen Output des eigenen Unternehmens zu steigern.
Sie wollen mehr über die Green Economy und die Chance für Ihr Unternehmen erfahren? Dann sehen Sie sich unsere englischsprachige Webinaraufzeichnung “Through the digital looking glass: The future of work in the green economy” an.

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Über Annika Dirks
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