Hier kommen die Cloud-Servicemodelle ins Spiel. Sie definieren die drei Hauptwege, auf denen Sie Cloud-Dienste beziehen können: IaaS, PaaS und SaaS.
Was sind Cloud-Servicemodelle?
Cloud-Servicemodelle legen fest, welche IT-Komponenten Sie als Dienstleistung (as a Service) über das Internet beziehen. Die Servicemodelle sind entscheidend, weil sie die Aufteilung der Aufgaben zwischen Inanspruchnehmer und dem Cloud-Anbieter festlegen.
Dies führt direkt zum Shared Responsibility Model (Modell der geteilten Verantwortung): Je nachdem, ob IaaS, PaaS oder SaaS genutzt wird, verschiebt sich die Verantwortung für die Verwaltung von Servern, Betriebssystemen und Anwendungen von Unternehmen zum Anbieter. Nur wer die Modelle versteht, kann entscheiden, ob er die volle Kontrolle (IaaS) oder maximalen Komfort (SaaS) wünscht.
Ebenen der Cloud: IaaS, PaaS und SaaS im Detail
Die Servicemodelle werden als Schichten über der reinen Rechenleistung aufgebaut und erhöhen stufenweise den Grad der Abgabe von Verantwortung.
1. Saas: der schlüsselfertige Arbeitsplatz
SaaS (Software as a Service) bietet die höchste Stufe der Abgabe. Mitarbeitende nutzen die Anwendung über das Internet, in der Regel über den Webbrowser oder eine App. Der Anbieter kümmert sich um alles – von der Anwendung über die Laufzeitumgebung und das Betriebssystem bis hin zu den physischen Servern und dem Speicher.
The Network is the Computer.
– John Gage, 1984, Sun Microsystems
Dieses Motto beschreibt die Philosophie des SaaS-Modells perfekt: Die Anwendung läuft im Netz, und der Browser ist die zentrale Arbeitsoberfläche. ChromeOS ist hier das perfekte Beispiel für ein Betriebssystem, das komplett auf die Nutzung von SaaS-Anwendungen ausgelegt ist.
- Verantwortung des Nutzers: Konfiguration und Nutzung der Software.
- Vorteil: Maximale Einfachheit, schnelle Skalierung und minimale IT-Verwaltung.
- Anwendung: Besonders ideal für standardisierte Geschäftsanwendungen.
Wenn Sie beispielsweise Ihre Dokumentenverwaltung oder Archivierung ohne jeglichen Infrastrukturaufwand auslagern möchten, bietet Ihnen easy mit seinen Managed SaaS-Lösungenhöchste Flexibilität und sofortige Verfügbarkeit. Mehr Informationen zu Software as a Service (SaaS).
2. PaaS (Platform as a Service): Die Entwickler-Umgebung
PaaS ist die mittlere Stufe und richtet sich primär an Entwickler. Der Anbieter stellt die Plattform und Laufzeitumgebung bereit (Betriebssystem, Datenbanken, Middleware).
- Verantwortung des Nutzers: Nur die Anwendung und die Daten selbst.
- Vorteil: Entwickler können sich voll auf das Codieren und Testen konzentrieren, ohne sich um die Server- oder OS-Verwaltung kümmern zu müssen.
- Anwendung: Schnelle Entwicklung und Bereitstellung eigener Unternehmensanwendungen (z. B. eine neue mobile App).
3. IaaS (Infrastructure as a Service): Die flexible Basis
IaaS bietet die niedrigste Stufe des Managements durch den Anbieter. Hier mieten Sie die Basis-Infrastruktur – Rechenleistung (virtuelle Maschinen), Speicher und Netzwerke – über das Internet.
- Verantwortung des Nutzers: Er verwaltet das Betriebssystem, die Middleware und alle Anwendungen selbst.
- Vorteil: Höchste Flexibilität und Kontrolle; Sie mieten quasi den Serverraum beim Cloud-Anbieter.
- Anwendung: Migration komplexer Legacy-Systeme in die Cloud oder Aufbau spezialisierter Testumgebungen.
4. Der Unterschied: Das geteilte Verantwortungsmodell
Um die Modelle besser zu verstehen, hilft der Vergleich, wer im Betrieb wofür zuständig ist:
| Komponente | On-premises (Vollständig) | IaaS | PaaS | SaaS |
| Anwendung, Daten | Kunde | Kunde | Kunde | Anbieter |
| Betriebssystem, Middleware, Laufzeit | Kunde | Kunde | Anbieter | Anbieter |
| Server, Storage, Netzwerk | Kunde | Anbieter | Anbieter | Anbieter |
Die Wahl des Modells hängt davon ab, wo die Stärken des jeweiligen Unternehmens liegen. Für maximale Kontrolle über das Betriebssystem, ist IaaS die Wahl. Besteht der Fokus darauf, sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren, ist SaaS der Weg.
- Weiterführende Informationen zur Private Cloud
- Weiterführende Informatio zur Hybrid Cloud
- Weiterführende Informationen zu On-premises
Das richtige cloud-serviceModell wählen
Die Entscheidung für das richtige Cloud-Servicemodell ist strategisch:
- Wann IaaS? Wenn Ihre IT-Abteilung hohe Kontrolle über Betriebssysteme und Netzwerkkonfigurationen benötigt (z. B. bei komplexen Migrationen oder spezialisierten Workloads).
- Wann PaaS? Wenn Sie ein agiles Entwicklungsteam besitzen und schneller innovative Anwendungen auf den Markt bringen möchten.
- Wann SaaS? Wenn Sie Standardfunktionen benötigen (wie ECM oder DMS) und die IT-Komplexität auf ein Minimum reduzieren möchten.
Die Cloud-Servicemodelle IaaS, PaaS und SaaS sind die Bauanleitung für die Digitalisierung. Sie ermöglichen es Unternehmen, IT-Ressourcen präzise an ihre Anforderungen auszurichten und Verantwortlichkeiten klar zu definieren.
Die Flexibilität moderner Cloud-Modelle eröffnet vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung von Geschäftsprozessen. IaaS (Infrastructure as a Service) bietet maximale Kontrolle über die Infrastruktur, während SaaS (Software as a Service) höchsten Komfort bei der Nutzung von Anwendungen gewährleistet. Die Lösungen vieler Cloud-Servicemodelle integrieren sich nahtlos in jedes Cloud-Szenario und unterstützen dabei, das volle Potenzial des gewählten Modells auszuschöpfen.
