Augmented Reality (AR) ist für viele Unternehmen noch zu abstrakt, mehr eine Zukunftsvision, denn in der Marktreife angekommen. Dabei macht die Technik rasante Fortschritte, wie im ersten Teil dieser Reihe gezeigt wurde. Daher scheint es notwendig, den Blick auf schon heute mögliche Anwendungsbereiche zu lenken. Da die Einstiegshürden dieser Technologie jedoch immer geringer werden, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis AR-Anwendungen alltägliche Realität werden.

Als Beispiele für den Einsatz von Augmented Reality wurde bereits die Warenlagerung und -distribution in der Logistik oder der Einsatz für Schulungen von Medizinern oder in der Wartung genannt. Doch auch in anderen Bereichen kann Augmented Reality das alltägliche Geschäft verbessern und Kunden neue Serviceoptionen ermöglichen. Man stelle sich nur einmal vor, ein Projektträger und Bauunternehmer möchte Investoren oder zukünftigen Käufern zeigen, welche Bebauung für ein Grundstück geplant ist. Doch statt einer Powerpoint-Präsentation – womöglich weit weg vom eigentlichen Baugrundstück – visualisiert er mittels Augmented Reality die geplante Bebauung direkt vor Ort. Investoren oder Käufer können so zum Beispiel direkt sehen, wie sich das Gebäude in die Umgebung einfügt, bekommen eine bessere Vorstellung von der Größe und erleben die Architektur im Raum.

Grundsätzlich könnte man zwei Anwendungsbereiche von Augmented Reality unterscheiden: Einmal zur Optimierung von Prozessen und Kommunikationsströmen im Unternehmen, zum anderen die Serviceoptimierung für Kunden und Partner.

Augmented Reality im Unternehmenseinsatz

In ersteren Bereich fällt zum Beispiel die Vernetzung von Mitarbeitern, die an verschiedenen Orten tätig sind, aber regelmäßig Besprechungen per Konferenzschaltung haben. Wer häufiger in einer längeren Telefonkonferenz gesessen hat, der weiß, wie schnell Teilnehmer von anderen Dingen abgelenkt sind oder wie schwer sich Reaktionen ohne Augenkontakt und Gesichtsausdruck des Gegenübers ablesen lassen. Augmented Reality würde es erlauben eine virtuell unterstützte Konferenz abzuhalten, die genau diese direkte Kommunikation erlauben und somit die Ablenkung reduzieren würde.

In Zukunft lassen sich mit der gleichen Technologie auch virtuelle Büroumgebungen schaffen. Man denke an einen kleinen Büroraum, in dem Tische, Stühle und Computer stehen. Die Wände aber sind schmucklos und weiß. Die Mitarbeiter tragen AR-Brillen, die die weißen Wände in virtuelle Whiteboards verwandeln, an die Mitarbeiter Notizen schreiben können, um sie mit ihren Kollegen zu teilen. Und das ganz einfach zum Beispiel mit der Bewegung eines Fingers.

Auch schafft Augmented Reality neue Möglichkeiten für das Training und die Ausbildung von Mitarbeitern, da die Technologie verschiedene Sinne einbezieht und damit sehr viel effektiver ist als eine Vorlesung oder Learning-by-doing ohne konkrete Hilfe. Komplexe Prozesse lassen sich Schritt für Schritt erklären – und das auch während der Mitarbeiter eine Tätigkeit zum ersten Mal durchführt. Augmented Reality Brillen können dann Anweisungen ins Blickfeld produzieren, während der Mitarbeiter gleichzeitig die Hände frei hat für die eigentliche Arbeit. Trainingsprozesse werden so vertieft und zeitgleich beschleunigt.

Einen Schritt weiter geht es dann, Augmented Reality auch bei der Reparatur komplexer Maschinen einzusetzen. Das Prinzip ist genau das gleiche, wie beim Training und der Schulung von Mitarbeitern: AR erlaubt es hier die einzelnen Schritte nach und nach zu erklären und zeigt beispielsweise auf, was genau der Mitarbeiter bei welchem Teil in welcher Reihenfolge tun muss. Dadurch können auch unerfahrene Mitarbeiter mit komplexen Maschinen arbeiten. Zudem erlaubt AR wichtige Sensordaten in ein Overlay zu projizieren – unter anderem die Temperatur, besteht bei der Reparatur die Gefahr der Überhitzung.

Augmented Reality in der Kommunikation mit Kunden

Ein zweiter großer Einsatzbereich von Augmented Reality ist in der Kommunikation mit Kunden und im Kundenservice zu finden. Man denke hier an den Bereich des E-Commerce. Bislang können Kunden sich oft nur schwer vorstellen, was genau sie eigentlich kaufen. Zwar gibt es Fotos und alle wichtigen Daten und Maße, Kunden können die Gegenstände vorab aber weder genau angucken, noch anfassen. Letzteres ist auch bei AR unmöglich. Augmented Reality erlaubt es aber Produkte zum Beispiel von allen Seiten und in realer Größe zu betrachten. Ein Bereich, in dem Augmented Reality bereits genutzt wird, ist beim Verkauf von Möbeln. Apps erlauben es Nutzern entsprechende Möbel virtuell in ihrer Wohnung zu platzieren und zu schauen, wie gut sie tatsächlich hinein passen.

Weiter gedacht könnten sich Unternehmen so beispielsweise teure Showrooms sparen, in denen sie die Einrichtung von Bädern oder Küchen zeigen. Ein solcher vermittelt Kunden zwar einen visuellen Eindruck, allerdings ist selbst nach einem Besuch im Showroom meist nicht klar, ob die Küche oder die Badewanne wirklich in die eigenen vier Wände passt. Kunden bekommen durch AR also nicht nur einen völlig neuen Service, Unternehmen sparen am Ende sogar Geld – trotz Anfangsinvestitionen in die Technologie.

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