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Datensouveränität

Datensouveränität bezeichnet die Fähigkeit von Organisationen, Institutionen oder Individuen, die volle Kontrolle über ihre Daten zu behalten – von der Erhebung über die Speicherung bis hin zur Nutzung und Weitergabe.

Der Begriff wird häufig synonym mit Datenhoheit verwendet und ist Teil der übergeordneten Frage nach Digitaler Souveränität.

Warum ist datensouveränität wichtig?

In einer zunehmend vernetzten Welt sind Daten ein zentraler Rohstoff – wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Wer über Daten verfügt, kann Prozesse steuern, Verhalten analysieren und Entscheidungen beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen und öffentliche Einrichtungen selbst bestimmen können, wer Zugriff auf ihre Daten hatwo diese gespeichert werden und zu welchem Zweck sie verarbeitet werden.

Besonders herausfordernd sind dabei intransparente Datenflüsse. Viele Unternehmen können bis heute nicht vollständig nachvollziehen, wo ihre Daten gespeichert werden und welche Systeme darauf zugreifen. Die Folge: Es wird schwieriger, Kontrolle, Compliance und Datensicherheit dauerhaft sicherzustellen.

Die Bedeutung von Datensouveränität zeigt sich auch in Marktstudien aus Deutschland. Eine zentrale Erkenntnis: Viele Unternehmen verbinden digitale Souveränität in erster Linie mit der Kontrolle über ihre Daten und dem Wissen darüber, wer auf diese Daten zugreifen kann.

Die Herausforderungen sind also bekannt. Doch wie bewerten Unternehmen ihre Situation in der Praxis? Die aktuelle Studie „Digitale Souveränität 2026“ liefert hierzu interessante Einblicke.

Selbsteinschätzung zur digitalen Souveränität

Was deutsche Unternehmen aktuell bewegt.

  • 57,2 % sorgen sich bei Nicht-EU-Cloud-Anbietern vor dem Zugriff ausländischer Behörden auf Unternehmensdaten.
  • 38,1 % der befragen Unternehmensvertreter sehen die größte Hürde auf dem Weg zur Datensouveränität in der Komplexität vorhandener IT-Systeme.
  • Nur knapp die Hälfte der Unternehmen kann Datenflüsse und Speicherorte in ihren Cloud-Architekturen vollständig nachvollziehen.
  • 42,9 % der Unternehmen verbinden digitale Souveränität vor allem mit der Kontrolle über ihre eigenen Daten.
  • Mehr als 70 % würden für mehr digitale Souveränität sogar höhere Kosten akzeptieren.

Detailinformation erhalten Sie in der in Kürze erscheinenden Management Summary der Studie „Digitale Souveränität 2026″.

Daraus resultieren die folgenden Herausforderungen:

  • Abhängigkeit von Cloud-Anbietern außerhalb des europäischen Rechtsraums
  • Intransparente Datenflüsse in komplexen IT-Ökosystemen
  • Unklare Zuständigkeiten bei der Datenverarbeitung
  • Rechtliche Unsicherheiten im internationalen Datenverkehr

Die physische Speicherung von Daten innerhalb der Europäischen Union – idealerweise sogar in Deutschland – ist ein zentraler Baustein der Datensouveränität. Denn nur so gelten die strengen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) uneingeschränkt. Zudem schützt die Speicherung in europäischen Rechenzentren vor dem Zugriff durch ausländische Behörden auf Basis nationaler Gesetze wie dem US CLOUD Act.

bedeutung für unternehmen

Datensouveränität war lange vor allem ein Thema für Datenschutz, Compliance und IT-Sicherheit. Heute ist sie längst ein strategischer Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und den Einsatz von KI geworden.

Datensouveränität im Ki-Zeitalter

Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnt Datensouveränität zusätzlich an Bedeutung. Aktuelle Studien (08/2026) zeigen, dass bereits 21,8 % der Unternehmen autonome KI-Agenten produktiv einsetzen und weitere 34,3 % entsprechende Pilotprojekte planen. Je stärker KI in Geschäftsprozesse eingebunden wird, desto wichtiger werden Fragen nach der Herkunft, Nutzung und Kontrolle von Daten. Unternehmen müssen nachvollziehen können, wo welche Daten genutzt werden, wer darauf zugreifen kann und wie sich deren Verwendung steuern lässt.

Enterprise Content Management (ECM) unterstützt Datensouveränität auf mehreren Ebenen:

  • Zentrale Datenhaltung auf europäischen Servern oder in eigener Infrastruktur
  • Zugriffssteuerung und Rollenmanagement für maximale Kontrolle
  • Revisionssichere Archivierung nach gesetzlichen Vorgaben
  • Transparente Workflows, die Datenflüsse nachvollziehbar machen
  • Souveräne Nutzung von KI-Anwendungen: Unternehmen legen fest, welche Daten für KI-Prozesse genutzt werden und welche Daten das Unternehmen verlassen dürfen

Ein souveränes ECM-System ermöglicht es Unternehmen, ihre Informationshoheit zu sichern – unabhängig von externen Plattformen oder proprietären Systemen.

Leitfaden zur Datensouveränität im Unternehmen

Erfahren Sie im Leitfaden, wie Sie Ihre Datenhoheit stärken, Risiken minimieren und gesetzliche Anforderungen wie DSGVO, EU Data Act und NIS2 souverän erfüllen. Inklusive Schritt-für-Schritt-Checkliste zur Bewertung und Optimierung Ihrer Datenprozesse.

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