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Digitale Souveränität: Warum Unternehmen Kontrolle vor Kosten stellen

Neue Technologien versprechen Effizienz, Skalierbarkeit und schnellere Innovation. Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten und damit verbunden Risiken.

Max. Lesezeit 4 Min Veröffentlichung 2. September 2026
Zuletzt aktualisiert im September 2026

Das Wichtigste kompakt zusammengefasst

  • Ein Großteil der befragten Unternehmen würde für mehr digitale Souveränität höhere Kosten akzeptieren.
  • Digitale Souveränität entwickelt sich vom IT-Thema zur Managementaufgabe. Im Mittelpunkt stehen Datenhoheit und Risikomanagement.
  • Unternehmen bewerten zunehmend Kontrolle, Transparenz und Handlungsfähigkeit statt ausschließlich Kosten und Funktionen.
  • Geopolitische Entwicklungen, Regulierung und internationale Verflechtungen verändern die Bewertung von Technologieentscheidungen.

Daten werden in Cloud-Plattformen verarbeitet. Geschäftsprozesse laufen über externe Dienste. Künstliche Intelligenz greift auf Unternehmensdaten zu und unterstützt operative Entscheidungen. 

Für viele Unternehmen stellt sich deshalb eine zentrale Frage

  • Wie viel Kontrolle besitzen wir eigentlich noch über unsere eigenen Daten und Prozesse? 

Diese Frage gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn digitale Souveränität entwickelt sich vom reinen IT-Thema zur strategischen Managementaufgabe. 

Kontrolle schlägt Kosten

So zeigt die aktuelle Studie „Digitale Souveränität 2026“ von Foundry und easy ein interessantes Bild. Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen wären bereit, für mehr digitale Souveränität höhere Kosten in Kauf zu nehmen. 

Auf den ersten Blick wirkt das überraschend.

Schließlich standen bei Technologieentscheidungen lange Zeit Kriterien wie Preis, Skalierbarkeit und Funktionalität im Vordergrund.

Heute verschieben sich die Prioritäten.

Unternehmen bewerten digitale Souveränität zunehmend als Fähigkeit,

  • Kontrolle über Daten zu behalten,
  • Risiken besser zu steuern,
  • Anbieterabhängigkeiten zu begrenzen und
  • langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben der fortschreitenden Digitalisierung beeinflussen auch geopolitische Entwicklungen, neue regulatorische Anforderungen und internationale Abhängigkeiten die Bewertung von Technologieentscheidungen.

Fragen, die vor wenigen Jahren vor allem IT-Abteilungen beschäftigt haben, erreichen heute zunehmend die Managementebene:

  • Wie abhängig sind wir von einzelnen Anbietern?
  • Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Rechtsräume auf unsere Daten?
  • Wie schnell können wir auf Veränderungen reagieren?

Sicherlich bleibt der Preis wichtig. Für viele Unternehmen gewinnen jedoch Kontrolle, Transparenz und langfristige Handlungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung.

Digitale Souveränität bedeutet nicht Abschottung

Oft wird digitale Souveränität mit der Nutzung europäischer Anbieter oder lokaler Rechenzentren gleichgesetzt.

Die Studienergebnisse zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.

Wichtiger sind Fragen wie:

  • Wo befinden sich meine Daten?
  • Wer kann darauf zugreifen?
  • Wie werden Daten verarbeitet?
  • Kann ich leicht den Anbieter wechseln?
  • Bleibe ich Herr meiner Informationen?

Digitale Souveränität bedeutet somit nicht, sämtliche Abhängigkeiten zu vermeiden.

Digitale Souveränität bedeutet vielmehr, Abhängigkeiten zu kennen, zu bewerten und bewusst zu steuern.

Warum das Thema gerade jetzt an Bedeutung gewinnt

Cloud Computing, Software-as-a-Service und Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an die Unternehmens-IT. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Speicherorte.

Viel wichtiger wird die Frage:

Welche Dienste greifen auf Daten zu und was passiert mit diesen Daten?

Je komplexer digitale Ökosysteme werden, desto wichtiger werden Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Um Datenhoheit zu wahren, benötigen Unternehmen Antworten auf Fragen wie:

  • Welche Daten sind geschäftskritisch?
  • Welche Systeme nutzen diese Daten?
  • Welche externen Partner haben Zugriff?
  • Welche Möglichkeiten bestehen bei einem Anbieterwechsel?

Genau hier entsteht der Zusammenhang zwischen digitaler Souveränität, Compliance und Risikomanagement.

Datenkontrolle als Grundlage digitaler Souveränität

Die Studie zeigt deutlich: Viele Unternehmen verbinden digitale Souveränität vor allem mit der Kontrolle über ihre eigenen Daten.

Das überrascht nicht.

Daten bilden heute die Grundlage für:

  • Geschäftsprozesse
  • Kundenbeziehungen
  • Automatisierung
  • Analysen
  • KI-Anwendungen

Wer die Kontrolle über diese Daten verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner Handlungsfähigkeit.

Datensouveränität ist deshalb kein isoliertes Compliance-Thema; sie entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

Unternehmen müssen heute nicht nur entscheiden, welche Technologien sie einsetzen. Vielmehr müssen sie entscheiden, von welchen Technologien und Anbietern sie sich langfristig abhängig machen wollen. Gerade in unruhigen Zeiten, in denen geopolitische Spannungsfelder aufscheinen und starke internationale Verflechtungen sichtbar werden, gewinnt diese Frage an Bedeutung.

Digitale Souveränität wird zur Managementaufgabe

Steigende regulatorische Anforderungen, Cloud-Abhängigkeiten und der Einsatz von KI verändern die Anforderungen an Unternehmen.


Die Studie „Digitale Souveränität 2026“ zeigt, wie 312 IT- und Business-Entscheider aus der DACH-Region den Stand der digitalen Souveränität in ihren eigenen Unternehmen bewerten und welche Prioritäten sie für die kommenden Jahre setzen.

Jetzt die komplette Studie herunterladen
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