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S/4HANA®-Migration & Archivierung: Ihr strategischer Leitfaden für eine risikofreie Transformation
Tickt bei Ihnen auch die Uhr? Bis 2027 – oder mit Extended Support bis 2030 – müssen Unternehmen den Wechsel auf SAP S/4HANA vollziehen.
Diese Deadlines verursachen in vielen IT-Abteilungen spürbare Unruhe. Kein Wunder: Migrationen dieser Größenordnung rütteln gleichzeitig an Prozessen, Compliance und Budgets.
Wie meistern Sie diesen digitalen Umbruch, ohne das Tagesgeschäft lahmzulegen? Wie verhindern Sie, dass unerwartete Kostenfallen oder endlose Wartungsfenster Ihr Projekt gefährden?
Das Wichtigste kompakt zusammengefasst
- Warum Datenarchivierung der zentrale Hebel für Ihre S/4HANA‑Transformation ist
- Welche Migrationswege (Brownfield, Greenfield, Selective Data Transition) wirklich passen
- Wie Sie Risiken, Kosten und Laufzeiten spürbar reduzieren
Dieser Leitfaden liefert Ihnen die Antworten. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Altsystem entlasten und welche Archivierungs‑ und Migrationswege Ihre S/4HANA‑Transformation wirklich voranbringen.
S/4HANA-Migration planen: Kosten sparen durch datenarchivierung
Die In-Memory-Technologie von SAP S/4HANA ist ein Gamechanger, sie ist schnell, stabil und die Basis für moderne Geschäftsprozesse. Doch diese Power hat ihren Preis: Sie ist teuer. Speicher in der HANA-Datenbank ist kostspielig, da SAP ihn volumenbasiert lizenziert. Plötzlich zählt jedes Gigabyte, das Sie in das neue System mitnehmen.
Viele Unternehmen stellen deshalb fest:
Was früher kein Problem war – jahrzehntelange Datenbestände direkt im SAP‑System –, entwickelt sich in S/4HANA schnell zum Kostenrisiko.
Die gute Nachricht:
Mit einer gezielten Datenarchivierung können Sie diese Kosten von Beginn an kontrollieren und oft deutlich reduzieren.
Eine frühzeitige Archivierungsstrategie verhindert, dass unnötige Daten teuren Platz in HANA beanspruchen. Besonders wirksam ist die Auslagerung von:
- umfangreichen Belegketten
- Alt-Dokumenten aus zwanzig Jahren und mehr
- inaktiven Geschäftsobjekten
- technischen Logs und veralteten IDocs
Kurz gesagt: Alles, was für das operative Geschäft nicht mehr gebraucht wird, aber aus Compliance‑Gründen aufbewahrt werden muss, gehört ins Archiv – nicht in die S/4HANA‑Datenbank.
Viele Verantwortliche befürchten, vor der Migration „zu viel Aufwand“ in Datenarchivierung zu stecken. Doch die eigentliche Gefahr lauert im blinden „Mitnehmen“:
- Explodierende Lizenzkosten: Sie bezahlen teuren HANA-Speicher für wertlose Datenleichen.
- Endlose Wartungsfenster: Riesige Datenmengen blähen die Migrationszeit auf und erhöhen das Projektrisiko.
- Performance-Bremsen: Unnötige Tabellen verlangsamen Analysen und Prozesse im neuen System.
Archivierung schafft hier Sicherheit: Sie reduzieren Aufwand, sparen Kosten und schaffen Platz für ein performantes S/4HANA.
Clean Core beginnt mit Archivierung
Erfahren Sie praxisnah, wie Unternehmen ihre SAP-S/4HANA-Migration planbar, risikoarm und kosteneffizient gestalten – mit Archivierung als erstem Schritt zu einem nachhaltigen Clean Core.
Greenfield, Brownfield oder Bluefield? Den passenden Migrationspfad wählen
Bevor Sie konkrete Schritte in Richtung S/4HANA gehen, steht eine wichtige Weichenstellung an: Welcher Migrationspfad führt Ihr Unternehmen am sichersten zum Ziel? SAP bietet dafür drei grundlegende Pfade an: Greenfield, Brownfield und Bluefield (selektive Datenübertragung). Jeder Ansatz bringt eigene Chancen, Risiken und technische Anforderungen mit sich.
Für viele Unternehmen ist diese Entscheidung nicht trivial. Sie beeinflusst:
- Wie tief bestehende Prozesse übernommen werden
- Wie viel historisches Datenmaterial migriert werden muss und
- Wie aufwendig sich Themen wie Data Cleansing oder das Legacy System Decommissioning (Stilllegung von Altsystemen) gestalten.
Kurz gesagt: Der gewählte Migrationspfad bestimmt maßgeblich, wie reibungslos und wirtschaftlich Ihre S/4HANA-Transformation abläuft.
Im Folgenden erhalten Sie eine klare Einordnung der drei Ansätze – inklusive Nutzen, Einsatzszenarien und typischer Stolpersteine einer S/4HANA-Migration. So können Sie schnell bewerten, welcher Weg zu Ihrem Unternehmen, Ihren Zielen und Ihren Systemen passt.
5 gründe, vor der S/4HANA migration zu archivieren
Erfahren Sie kompakt, warum Archivierung vor der Migration entscheidend ist, um Risiken zu senken, Kosten zu reduzieren und einen echten Clean Core zu schaffen: Weniger Datenvolumen, Schnellere und sichere Migration, Upgrade‑ und cloudfähige Architektur.
Greenfield: Neuimplementierung & Tabula Rasa
Der Greenfield-Ansatz gleicht einem digitalen Neustart. Prozesse werden konsequent am SAP-Standard ausgerichtet und Altlasten bewusst hinter sich gelassen. So entsteht ein sauberer Kern (Clean Core) für ein leistungsfähiges S/4HANASystem.
Während Sie im neuen S/4HANA-System mit einer sauberen Datenbank starten, stellt sich jedoch eine kritische Frage: Was passiert mit den historischen Daten aus Jahrzehnten der ERP-Nutzung?
Hier ist ein intelligentes Legacy System Decommissioning (Altsystem-Stilllegung) unverzichtbar, um rechtliche Aufbewahrungspflichten und Compliance-Anforderungen wie die GoBD außerhalb des neuen Produktivsystems sicherzustellen. Durch die Auslagerung in ein rechtssicheres externes Archiv bewahren Sie den Zugriff auf Ihre Historie, ohne die Agilität Ihres neuen „sauberen“ Kerns zu gefährden.
Brownfield: Das Bestandssystem „fit für HANA“ schrumpfen
Beim Brownfield-Ansatz bleibt Ihr bestehendes SAP-System im Grundgerüst erhalten – es wird technisch modernisiert und auf S/4HANA konvertiert. Dieser Weg eignet sich für Unternehmen, die bewährte Prozesse, Customizings und Stammdaten behalten möchten, aber dennoch den technologischen Schritt auf die HANAPlattform gehen wollen.
Die Herausforderung: Ihr kompletter historischer Datenbestand wandert mit. Ohne gezieltes Data Cleansing wird die Migration dadurch langsamer, teurer und komplexer.
Was bedeutet das konkret?
- größere Datenmengen verlängern Konvertierung und Wartungsfenster
- unnötige Tabellen treiben HANA‑Lizenzkosten in die Höhe
- gewachsene Altlasten mindern Performance und Übersichtlichkeit
Darum ist es bei Brownfield zentral, das System vorab zu verschlanken: veraltete Informationen auslagern, redundante Strukturen aufräumen und die nicht mehr benötigte Historie in ein externes Archiv überführen
clean core readiness für S/4HANA
Die Umstellung auf S/4HANA ist kein reines IT-Upgrade. Sie ist eine strategische Weichenstellung für die nächsten Jahre. Diese Checkliste hilft Ihnen, genau diese Risiken frühzeitig zu erkennen – bevor sie Teil Ihres neuen Systems werden.
Selektive Datenübertragung: Nur das Beste mitnehmen
Die selektive Datenübertragung – oft als Bluefield‑Ansatz bezeichnet – verbindet die Vorteile von Greenfield und Brownfield. Sie modernisieren Ihr System technisch und fachlich, übernehmen aber nur die Daten und Prozesse, die Sie wirklich weiterverwenden wollen.
Das Besondere: Sie starten nicht komplett neu, schleppen aber auch nicht den gesamten historischen Datenballast mit. Stattdessen definieren Sie gezielt, welche Stammdaten, Bewegungsdaten oder Prozesse ins neue S/4HANA‑System überführt werden. Alles andere wird archiviert oder im Rahmen des Legacy System Decommissioning außerhalb des Produktivsystems vorgehalten.
So entsteht ein S/4HANA‑System, das sowohl standardnah als auch maßgeschneidert ist, gleichzeitig aber deutlich schlanker und performanter bleibt.
Data Cleansing vor Go-Live: Ein sauberer Kern als Basis
Bevor Sie Ihr System nach S/4HANA überführen, lohnt sich ein kritischer Blick auf Ihre Daten. In vielen Unternehmen hat sich über die Jahre eine gewachsene Mischung aus relevanten Informationen, veralteten Datensätzen und ehemaligen Geschäftsobjekten angesammelt. Genau hier setzt Data Cleansing an: dem gezielten Bereinigen, Strukturieren und Reduzieren Ihres Datenbestands.
Warum ist das so wichtig?
Weil jeder unnötige Datensatz, den Sie ins neue S/4HANA-System mitnehmen, die Migration verlängert, Tests erschwert und die HANA‑Datenbank unnötig belastet.
Mit einem systematischen Data Cleansing können Sie vor dem Go‑Live unter anderem:
- überflüssige oder doppelte Datensätze identifizieren
- historische Geschäftsvorfälle klassifizieren und auslagern
- unvollständige oder widersprüchliche Stammdaten bereinigen
- Daten identifizieren, die vollständig gelöscht werden dürfen
- definieren, welche Inhalte ins neue System gehören – und welche nicht
Smarte Datenarchivierung für SAP
Mit der zunehmenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen wächst das Datenvolumen in Unternehmen quasi im Sekundentakt massiv an: Wohin mit all den Daten und Dokumenten, wenn sie gerade einmal nicht benötigt werden?
Clean Core: Ein sauberer Kern entscheidet über Erfolg oder Misserfolg
Ein Clean Core bezeichnet ein S/4HANASystem, das möglichst nah am SAP-Standard bleibt, frei von unnötigen Eigenentwicklungen ist und nur die Daten enthält, die tatsächlich benötigt werden. Je sauberer dieser Kern, desto stabiler und zukunftsfähiger Ihr System.
Data Cleansing ist dafür unverzichtbar:
Es trennt operativ benötigte Daten vom historischen Archivgut und verhindert, dass Altlasten den Kern des neuen Systems verunreinigen. Gleichzeitig reduziert ein Clean Core die Komplexität Ihrer Migration, erleichtert spätere Updates und stärkt die langfristige Performance Ihres S/4HANA-Systems.
SAP-Archivierung vor der S/4HANA‑Migration
Bevor Sie den Sprung nach S/4HANA wagen, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihren Datenhaushalt. Je früher Sie entscheiden, welche Informationen wirklich ins neue System gehören und welche nicht, desto reibungsloser und kosteneffizienter wird die Migration ablaufen.
Vorteile der zeitigen Archivierung
Eine durchdachte Archivierung vor der Migration bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:
- Kostenreduktion: Archivierte Daten belegen keinen teuren Speicher in der HANA‑Datenbank. Je weniger Volumen Sie ins neue System überführen, desto geringer fallen Lizenz‑ und Betriebskosten aus.
- Performance‑Boost: Ein schlankes S/4HANA-System arbeitet schneller. Historische oder selten benötigte Daten im Archiv sorgen dafür, dass das Produktivsystem agil bleibt.
- Schnellere Migration: Kleinere Datenmengen verkürzen Wartungsfenster und reduzieren technische Risiken während der Konvertierung.
- Datenhoheit behalten: Sie entscheiden gezielt, welche Daten operativ benötigt werden und welche ausschließlich aus Compliance‑Gründen archiviert werden müssen.
- Mehr Sicherheit im Betrieb: Die Überführung historischer Informationen in ein externes, revisionssicheres Archiv schafft klare Strukturen – auch für Backup‑ und Recovery‑Strategien.
- Revisions‑ und Audit‑Sicherheit: Archivierte Daten bleiben jederzeit zugänglich, z. B. für Wirtschaftsprüfer oder interne Auswertungen über mehrere Jahre hinweg.
Durch eine frühzeitige Archivierung behalten Sie nicht nur die Kontrolle über Kosten und Migrationstempo. Sie schaffen auch die Grundlage für ein stabiles, performantes und zukunftsfähiges S/4HANA-System.
Revisionssicherheit & DSGVO: Umgang mit Altdaten
Mit der Einführung von S/4HANA endet nicht nur der technische Lebenszyklus vieler Altsysteme. Unternehmen müssen zugleich sicherstellen, dass alle historischen Daten weiterhin revisionssicher und DSGVO‑konform verfügbar bleiben. Dieser Punkt wird häufig unterschätzt – und ist doch einer der sensibelsten Bereiche während der Migration.
- Rechtliche Vorgaben wie die GoBD, steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen oder interne Compliance‑Regeln verlangen, dass bestimmte Informationen unverändert und jederzeit nachweisbar bleiben.
- Gleichzeitig verpflichtet die DSGVO dazu, personenbezogene Daten nach Zweckbindung zu löschen oder zu sperren. Genau hier entsteht der Druck: Aufbewahren und Löschen müssen sauber voneinander getrennt sein.
Ein strukturiertes Vorgehen verhindert, dass diese Verantwortung zur Falle wird. Durch die Auslagerung historischer Daten in ein revisionssicheres externes Archiv bleiben alle rechtlich relevanten Informationen zugänglich und unabhängig vom Altsystem. Gleichzeitig wird das neue S/4HANA‑System nicht mit personenbezogenen oder veralteten Dokumenten überladen.
So behalten Sie die Kontrolle über Fristen, Löschregeln und Audit‑Anfragen, ohne Ihr neues Produktivsystem unnötig zu belasten.
Schritt-für-Schritt zur S/4HANA‑Ready Datenstruktur
Bevor Sie mit der technischen Umsetzung beginnen, lohnt sich ein genauer Blick auf die vorhandenen Datenstrukturen. Für eine stabile und performante S/4HANAUmgebung ist es entscheidend, früh zu klären, welche Informationen wirklich ins neue Hana-System gehören und welche ausgelagert, bereinigt oder gelöscht werden können. Der erste Schritt besteht deshalb immer in der strukturierten Analyse der Bestandsdaten.
Schritt 1: Analyse der Bestandsdaten: Welche Daten brauchen Sie wirklich auf S/4HANA?
Der erste Schritt auf dem Weg zu einer S/4HANA‑ready Datenstruktur besteht darin, den vorhandenen Datenbestand systematisch zu prüfen. Ziel ist es, jene Informationen zu identifizieren, die operativ weiterhin benötigt werden – und solche, die ausgelagert, bereinigt oder gelöscht werden können.
Besonders relevant sind hier große Tabellen, technische Logs, alte IDocs oder Datenobjekte, deren Nutzen längst entfallen ist.
Hilfreich sind dabei drei Leitfragen:
- Wie muss der Zugriff auf gespeicherte Daten und Dokumente künftig erfolgen?
- Welche Informationen müssen in S/4HANA zukünftig unmittelbar verfügbar sein?
- Welche Daten und Dokumente können an anderer Stelle einfacher oder kosteneffizienter gespeichert werden?
Je konsequenter Sie nicht mehr benötigte Daten in ein externes Archiv überführen, desto schlanker, schneller und kosteneffizienter wird Ihr neues S/4HANA-System.
Fokus auf Stammdaten
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Stammdaten von Kreditoren, Debitoren, Lieferanten oder Materialien. Diese zentralen Unternehmensdaten müssen korrekt übernommen werden, sind aber häufig über Jahre gewachsen und unterschiedlich gepflegt worden. Prüfen Sie daher:
- Dubletten in S/4HANA erkennen und entfernen
- Wichtig: Dublettenchecks können die Identität eines Stammdatensatzes übersehen. Verschiedene Schreibweisen und Bezeichnungen ein und desselben Objektes sind immer möglich.
- abweichende Schreibweisen oder redundante Datensätze harmonisieren
- nicht mehr benötigte Stammdaten löschen, sofern keine gesetzlichen Vorgaben entgegenstehen
- Bestandsdaten aus dem alten ERP-System mit S/4HANA abgleichen, um Inkonsistenzen frühzeitig auszuschließen
Eine gründliche Analyse und Bereinigung bildet die Grundlage dafür, dass Ihre Migration stabil, konsistent und ohne vermeidbare Lasten starten kann.
Schritt 2: Konzeption – Aufbewahrungsfristen ermitteln & Regeln definieren
Nach der Analyse des Datenbestands folgt die konzeptionelle Festlegung der Aufbewahrungsfristen und Löschregeln.
Als Basis dienen die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere die GoBD sowie handels- und steuerrechtliche Fristen. In diesem Schritt definieren Sie klar:
- welche Dokumente wie lange gespeichert werden müssen,
- welche gesperrt oder gelöscht werden können und
- welche dauerhaft in ein Archiv überführt werden.
Eine saubere Regelbasis sorgt dafür, dass die Migration rechtssicher bleibt und dass S/4HANA von Anfang an nur die Daten enthält, die operativ wirklich benötigt werden.
Schritt 3: Datenarchivierung im externen Archiv
Vor der technischen Konvertierung nach S/4HANA sollten alle nicht mehr benötigten Daten aus dem Produktivsystem ausgelagert werden. Ein externes, revisionssicheres Archiv dient dabei als zentrale Ablagestelle für historische Dokumente und Daten, die aus rechtlichen Gründen weiterhin verfügbar bleiben müssen, aber keinen Platz in der HANA‑Datenbank beanspruchen sollen.
Die archivierten Inhalte bleiben erreichbar, ohne das neue System zu belasten. Über definierte Schnittstellen werden Daten und Aufbewahrungsregeln aus dem ERP-System an das Archiv übergeben. So ist gewährleistet, dass Sperr- und Löschattribute korrekt weitergereicht werden und dass Dokumente auch nach der Migration nachvollziehbar, strukturiert und GoBD-/DSGVO‑konform bereitstehen.

Der Vorteil: Ein externer Archivspeicher unterliegt im Gegensatz zur HANA‑Datenbank keinen volumenbasierten Lizenzmodellen. Damit können große Datenmengen sicher abgelegt werden, ohne Migration, Performance oder Kosten zu beeinflussen. Gleichzeitig bleibt der Zugriff auf archivierte Buchungsbelege und Vorgänge jederzeit möglich – beispielsweise für Prüfungen, interne Auswertungen oder Compliance-Anforderungen.
Fazit: Datenhygiene als Fundament Ihres Erfolgs
Eine S/4HANA‑Migration eröffnet klare Chancen: schnellere Prozesse, bessere Analysen und ein stabiler technologischer Unterbau für die nächsten Jahre. Damit diese Vorteile ab dem ersten Tag wirksam werden, braucht es ein System, das frei von Altlasten ist – technisch wie fachlich. Genau hier zeigt sich der Wert sauberer Datenstrukturen und eines konsequenten Clean Core.
Durch Datenarchivierung, Bereinigung und klare Aufbewahrungsregeln schaffen Sie ein S/4HANA‑System, das schlank, performant und zukunftsfähig bleibt. Und Sie legen die Basis dafür, dass spätere Upgrades, Erweiterungen und Integrationen deutlich einfacher werden.
Der nächste Schritt? Prüfen Sie, welche Daten wirklich ins neue System gehören, welche ausgelagert werden können – und wo Archivierung wirklich Kosten und Komplexität reduziert. Jede Entscheidung, die Sie jetzt treffen, zahlt direkt auf die Qualität Ihres zukünftigen S/4HANA‑Betriebs ein.
Smarte und revisionssichere Datenarchivierung für SAP
Erfahren Sie in unserem Webinar, wie Sie Geschäftsdaten und -dokumente aus SAP und anderen Enterprise-Applikationen revisionssicher und effizient archivieren und dabei von den zusätzlichen Vorteilen von easy archive for SAP Solutions profitieren können.
FAQ zur S/4Hana-migration & SAP Archivierung
Wann ist der späteste Zeitpunkt für den Projektstart?
Kurz: Je früher, desto besser. SAP beendet den Mainstream‑Support für ältere ERP‑Versionen 2027, mit optionalem Extended Support bis 2030.
Da Analyse, Bereinigung und technische Konvertierung viele Monate bis Jahre dauern können, sollte der Projektstart frühzeitig erfolgen. Ein verspäteter Beginn erhöht das Risiko von Engpässen, steigenden Kosten, fehlenden internen und externen Ressourcen.
Welche Herausforderungen bringt die Umstellung auf S/4Hana?
Die Migration auf S/4HANA ist weit mehr als ein technisches Release-Upgrade; sie ist ein fundamentaler Strategiewechsel hin zum Digital Core. Dabei sehen sich Unternehmen meist mit drei zentralen Hürden konfrontiert:
- Datenqualität und -bereinigung: S/4HANA verzeiht keine Altlasten. Die Transformation erfordert eine radikale Bereinigung historisch gewachsener Datenstrukturen, um von der hohen In-Memory-Performance profitieren zu können.
- Rückkehr zum Standard (Clean Core): Viele Unternehmen arbeiten mit hochgradig individualisierten Z-Entwicklungen. Die Herausforderung besteht darin, diese starren Eigenentwicklungen abzulösen und Prozesse konsequent an den SAP-Best-Practices auszurichten. Das Ziel? Ein wartungsarmes System, das bereit für künftige Innovationen ist.
- Change Management: S/4HANA verändert die Arbeitsweise ganzer Abteilungen. Der Erfolg steht und fällt mit der Akzeptanz der Anwender, die sich von gewohnten Transaktionen verabschieden und auf die neue Fiori-Oberfläche sowie Echtzeit-Analysen einstellen müssen.
Haben Sie bereits eine Strategie für Ihre Altdaten? Oft ist ein begleitendes Enterprise Archiv der Schlüssel, um den digitalen Kern schlank zu halten und unstrukturierte Daten gesetzeskonform auszulagern.
wie lange dauert eine S/4Hana-Migration?
Ehrliche Antwort: Die Frage nach der „typischen“ Dauer ist zwar naheliegend, aber faktisch kaum zu beantworten. Warum? Weil eine Migration kein Standardprodukt von der Stange ist, sondern so individuell wie die DNA Ihres Unternehmens.
Statt auf Pauschalwerte zu vertrauen, sollten Sie die Projektdauer an drei entscheidenden Faktoren messen:
- Der gewählte Pfad: Ein Greenfield-Ansatz (Neuaufbau auf der grünen Wiese) dauert oft länger in der Konzeption, spart aber später Zeit bei der Datenbereinigung. Ein Brownfield-Szenario (technische Konvertierung) wirkt zunächst schneller, besitzt oft aber zeitintensive Altlasten.
- Die Komplexität des „Clean Core“: Je mehr individuelle Z-Entwicklungen Sie in den SAP-Standard zurückführen, desto intensiver ist die Testphase. Doch Vorsicht: Wer hier abkürzt, zahlt später bei jedem Update mit hohem Wartungsaufwand drauf.
- Daten-Governance & ECM: Ein schlankes System migriert schneller. Unternehmen, die bereits im Vorfeld ein intelligentes Enterprise Content Management (ECM) nutzen, um unstrukturierte Daten und Altdokumente auszulagern, reduzieren das zu migrierende Datenvolumen massiv und verkürzen so die technische Downtime.
Fazit: Während kleine Mittelständler in 6 bis 9 Monaten live gehen können, planen Konzerne oft in Zyklen von 2 bis 5 Jahren. Die eigentliche Frage lautet daher nicht „Wie lange dauert es?“, sondern „Wie gut ist meine Vorbereitung?“.
Was kosten SAP S/4HANA-Migrationsprojekte durchschnittlich?
Eine verlässliche Durchschnittszahl für die S/4HANA‑Migration existiert schlichtweg nicht. Wer Pauschalwerte nennt, blendet die enorme Varianz realer Projektlandschaften aus. Die Kosten ergeben sich nicht aus einem „Durchschnitt“, sondern aus der individuellen Komplexität Ihrer IT‑Systeme.
Typische Kostentreiber sind:
- System‑Interdependenzen:
Wie viele Drittsysteme und Schnittstellen müssen migriert oder neu orchestriert werden? - Individueller Ballast:
Umfangreiche Z‑Entwicklungen und starre Eigenanpassungen erhöhen den Aufwand, wenn sie in Richtung Clean Core zurückgeführt werden sollen. - Daten‑Governance:
Jedes Gigabyte historischer Daten, das unnötig in die performante – und kostenintensive – SAP‑HANA‑Datenbank wandert, treibt Hardware‑, Lizenz‑ und Migrationskosten nach oben.
Während mittelständische Unternehmen häufig im mittleren sechsstelligen Bereich investieren, erreichen Großprojekte in Konzernen schnell ein Volumen im Millionenbereich.
Spart Archivierung wirklich Lizenzkosten?
Ja. Die HANA‑Datenbank in S/4HANA wird volumenbasiert lizenziert. Das bedeutet: Jeder zusätzliche Gigabyte an Daten erhöht die Kosten – unabhängig davon, wie selten diese Informationen noch genutzt werden.
Durch konsequente Archivierung vor der Migration wandern nur die wirklich benötigten Daten in den In‑Memory‑Speicher von S/4HANA. Historische oder selten benötigte Informationen bleiben extern abgelegt und verursachen damit keine HANA‑Lizenzkosten. Das reduziert Speicheraufwand, Migrationsdauer und späteren Betriebsaufwand spürbar.
Können archivierte Daten in S/4HANA direkt eingesehen werden?
Ja. Archivierte Daten bleiben weiterhin aus S/4HANA heraus einsehbar. Über die entsprechenden Archivschnittstellen werden Dokumente und Daten bei Bedarf direkt aus dem Archiv geladen, ohne dass sie im HANA‑Speicher liegen müssen. Für Anwender ändert sich der Zugriff damit kaum – die Daten sind verfügbar, aber entkoppelt vom produktiven System.
Ist Archivierung in der SAP Cloud möglich?
Ja. Allerdings ist wichtig, zwischen technischem Datenmanagement und rechtssicherer Langzeitarchivierung zu unterscheiden. In der SAP‑Cloud – insbesondere in S/4HANA Cloud – bleibt Archivierung ein zentraler Baustein für eine konsequente Clean‑Core‑Strategie.
Drei Aspekte sind dabei entscheidend:
- Kosteneffizienz:
Die SAP‑HANA‑Datenbank ist für die dauerhafte Dokumentenablage zu teuer. Durch Archivierung lagern Sie unstrukturierte Informationen auf kostengünstigere, spezialisierte Speicher aus und halten den digitalen Kern schlank. - Compliance und GoBD:
Während SAP‑interne Werkzeuge wie ILM Datenlebenszyklen steuern, übernimmt erst ein externes, zertifiziertes Archiv (z. B. easy archive) die revisionssichere und unveränderbare Langzeitaufbewahrung nach GoBD und anderen regulatorischen Anforderungen. - Integration in die Cloud‑Landschaft:
Über moderne Integrationsstandards wie CMIS oder ILM‑WebDAV lassen sich Cloud‑Systeme und externe Archive verbinden. Für Anwender bleibt der Zugriff in der gewohnten SAP‑Oberfläche erhalten, während Dokumente im Hintergrund sicher und systemunabhängig verwaltet werden.
Kurzum: Archivierung in der SAP Cloud ist nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich und technisch notwendig, um Systemperformance, Compliance und Speicherkosten langfristig im Griff zu behalten.