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Glossar

Zeitstempel

Wann haben bestimmte elektronische Daten bereits vorgelegen und wurden sie anschließend verändert? Elektronische Zeitstempel verbinden elektronische Daten mit einer Zeitangabe und machen diesen Zusammenhang überprüfbar.

Dabei ist nicht jede Datums- oder Zeitangabe eines IT-Systems automatisch ein elektronischer Zeitstempel im Sinne der eIDAS-Verordnung. Ein Speicherdatum im Dateisystem lässt sich beispielsweise nicht mit einem digitalen Zeitstempel gleichsetzen, der als Vertrauensdienst bereitgestellt wird.

Was ist ein elektronischer Zeitstempel?

Die eIDAS-Verordnung definiert einen elektronischen Zeitstempel als elektronische Daten, die andere elektronische Daten mit einem bestimmten Zeitpunkt verknüpfen. Dadurch lässt sich nachweisen, dass die betreffenden Daten zu diesem Zeitpunkt existiert haben.

Wichtig ist diese Unterscheidung: Ein elektronischer Zeitstempel weist nicht zwangsläufig nach, wann ein Dokument ursprünglich erstellt wurde. Er belegt vielmehr den Zusammenhang zwischen bestimmten elektronischen Daten und einem bestimmten Zeitpunkt.

Was ist ein qualifizierter elektronischer Zeitstempel?

Ein qualifizierter elektronischer Zeitstempel erfüllt zusätzliche Anforderungen der eIDAS-Verordnung und wird von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter bereitgestellt.

Er muss unter anderem:

  • Datum und Uhrzeit so mit den Daten verknüpfen, dass eine unbemerkte Veränderung der Daten ausgeschlossen werden kann,
  • auf einer zuverlässigen Zeitquelle beruhen und
  • mit einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur oder einem fortgeschrittenen elektronischen Siegel des qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters versehen oder durch ein gleichwertiges Verfahren abgesichert sein.

Damit erhält der qualifizierte Zeitstempel eine besondere Stellung: Nach eIDAS gilt für ihn die Vermutung der Richtigkeit von Datum und Uhrzeit sowie der Unversehrtheit der mit diesem Zeitpunkt verbundenen Daten.

Wie funktioniert ein elektronischer Zeitstempel technisch?

Technisch kommen bei elektronischen Zeitstempeln kryptografische Verfahren zum Einsatz. Häufig wird zunächst ein Hash-Wert der zu stempelnden Daten erzeugt. Dieser Hash funktioniert wie ein digitaler Fingerabdruck: Schon eine Veränderung der zugrunde liegenden Daten führt zu einem anderen Wert.

Der Hash wird an einen Zeitstempeldienst beziehungsweise eine Time Stamping Authority (TSA) übertragen. Die TSA verbindet ihn mit einer vertrauenswürdigen Zeitinformation und sichert das Ergebnis kryptografisch ab.

Die eigentlichen Dokumentinhalte müssen dafür nicht zwangsläufig an den Zeitstempeldienst übertragen werden. Anhand des Hash-Werts lässt sich später überprüfen, ob genau diese Daten zum bestätigten Zeitpunkt bereits vorlagen und ob sie seitdem verändert wurden.

Wofür werden Zeitstempel eingesetzt?

Elektronische Zeitstempel eignen sich überall dort, wo sich der Zeitpunkt des Vorliegens bestimmter Daten nachvollziehbar dokumentieren lassen soll. Sie können beispielsweise Signatur- und Siegelprozesse, elektronische Dokumente oder langfristige Nachweisprozesse ergänzen.

Anders als eine elektronische Signatur enthält ein Zeitstempel keine Erklärung einer unterzeichnenden Person. Seine Aufgabe besteht darin, Daten und Zeitpunkt überprüfbar miteinander zu verbinden.

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